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MANOEUVRE
Show, Tanz mit Bruce#6, 2015

Für das sechste Thurgauer Nachwuchsatelier für bildende Kunst, Tanz mit Bruce #6, wurden die Künstlerinnen Flurina Badel, Christelle Becholey Besson, Almira Medaric und Maeva Rosset eingeladen, um ein eigenes Ausstellungskonzept für die Shedhalle im Eisenwerk in Frauenfeld zu entwickeln.

Bereits der Titel des Atelier/Residenz-Stipendiums, Tanz mit Bruce - angespielt wird auf Bruce Naumann - betont den experimentellen und prozesshaften Charakter des Projektes. Vier Wochen lang arbeiteten die Künstlerinnen in ihrem temporären Atelier, der Shedhalle. Durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher künstlerischer Sprachen, Inhalte und Arbeitsweisen entstand ein Experimentierfeld, in dem jeweils auch neue künstlerische Positionen ausgelotet werden konnten. Im fortlaufenden Diskurs und durch die Auseinandersetzung mit dem Schaffen der anderen haben sich gemeinsame Anknüpfungspunkte und Überschneidungen, aber auch Gegensätze und Abgrenzungen herauskristallisiert. Entstanden ist eine Gemeinschaftsarbeit, die die individuellen künstlerischen Handschriften nicht negiert, sondern durchscheinen lässt. Neben der Möglichkeit, während oder relativ kurz nach Abschluss der Ausbildung eine eigene Mit manoeuvre entstand eine Gruppenarbeit, die im fortlaufenden Diskurs ständig überdacht und deren konkreter Aufbau bis kurz vor der Vernissage geändert und angepasst wurde. Schlussendlich wurde das grundlegende, gemeinsame Verständnis der Atelierzeit als "Spielzeit", die Möglichkeit des "anything goes", von den vier Kunstschaffenden in eine hallenfüllende Installation übersetzt: Entstanden ist ein überdimensionales "Spielhaus". Die Besucher werden aufgefordert, sich durch die Räume zu bewegen, das Haus zu erforschen, die einzelnen Arbeiten mit allen Sinnen zu erleben. Beim Betreten der Installation gerät jeder Besucher unversehens ins Scheinwerferlicht, ein vergoldeter Catwalk führt ins Innere. Von dort aus eröffnen sich weitere Räume, manche sind leicht zugänglich, manche lassen sich schwerer "öffnen". Die Gäste werden Spuren hinterlassen, eventuell Dinge verschieben, in Räume eingreifen, diese bespielen, verändern, neu arrangieren. MANOEUVRE ist ein grosses Spielhaus, gefüllt mit Stoffen, Düften, Pflanzen, Tönen, Gelächter, Melancholie, Wasser, Wolken, Haaren, Wärme, Blumen, Maschinen. Es ist eine zerbrechliche, fragile Welt, eine Welt des Spiels, die den Betrachter überrascht und verzaubert. Spielerische Momente, die kurz davor sind, zu kippen, werden festgehalten. Und doch scheint manchmal das Spiel schon aus zu sein.(Text: Katja Baumhoff, Kuratorin Shed im Eisenwerk)

 

12. Mai Draussen sind sie in ihren Gärten. Stecken Beete ab. Sähen und Setzen. Zupfen am Unkraut. Pflücken Rhabarber und Pfingstrosen. Am Boden der Halle sind auch unsere Beete bereit. Beete um Bühnen wachsen zu lassen.

14. Mai Räume im Raum im Raum.

15. Mai Plattgewalzte Seifenblasen am Himmel.

17. Mai Wir haben die Wolken zusammengekehrt. ALLES WIRD GUT.

18. Mai Es ist ein Gefängnis Ich muss raus. Das Draussen muss rein. Die Schaukel unter dem Baum. Der Teich hinter dem Haus. Alles muss rein.

19. Mai Ein fliegender Teich.

20. Mai Bild im Kopf: In der Halle steht ein Kubus leicht und transparent Im Kubus kleine Zellen Welten Wunderländer Drumherum alles leer.

1. Juni Der Zopf einer sich verkriechenden Frau.

2. Juni Spucken unter dem Kirschbaum und Kichern im Kamin.

4. Juni Wir zeichnen Pelz aus Wandtafelkreide auf den Boden, hören Bosnischen Schlager.

 

Mehr zu MANOEUVRE: https://www.facebook.com/pages/Manoeuvre-Tanz-mit-Bruce-6/1161813093845431 oder auf http://www.neuershed.ch/rueckschau/2015-2/tanz-mit-bruce-6-2/


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by moxi