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LOVE HANDKERCHIEFS
Pictures, I-XXX, Faden und Wachs auf Stoff, 2013

Auf Brockenstuben-Regalen warteten sie auf neue Käufer, alte Taschentücher, die meisten abgenutzt, mit kleinen Flecken, kleinen Rissen. Diskrete Geschichtenerzähler. Nur winzige Spuren offenbaren sie. Kleine Forschungsanregungen an die Fantasie.

Wem gehörte dieses Taschentuch wohl? Steckte es in einem Männer-Sakko? Wer hat es gewaschen? Gebügelt? Wie viel Blut hat es aufgesogen? Wie viele Tränen aufgefangen? Roch es nach Parfum? Hat es Kindernasen geputzt? Wunden verbunden? Dem Liebsten zugewinkt, beim Abschied?

Flurina Badel nutzt die Symbolkraft dieser alter Taschentücher als Projektionsfläche für Botschaften zwischen zwei Menschen: Liebesbezeugungen, Worte der Sehnsucht, des Verlangens oder der Verletztheit. Für die Künstlerin ist diese Arbeit auch ein Experimentierfeld mit Klischee und Kitsch. Es geht darum, Grenzen auszuloten, diese bewusst zu überschreiten oder dies bewusst auch nicht zu tun. 

 

Liebesbriefe sind lächerlich

Alle Liebesbriefe sind
lächerlich.
Sie wären nicht Liebesbriefe, wären sie nicht
lächerlich. 

(...)

Letztlich jedoch
sind nur die Leute, die niemals
Liebesbriefe geschrieben haben,
lächerlich.

(...)

Álvaro de Campos, 21-10-1935  (Fernando Pessoa)

 

Cartas de amor são ridículas

Todas as cartas de amor são
Ridículas.
Não seriam cartas de amor se não fossem
Ridículas.

(...)

Mas, afinal,
Só as criaturas que nunca escreveram
Cartas de amor
É que são
Ridículas.

(...)

Álvaro de Campos, 21-10-1935 (Fernando Pessoa)

 


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by moxi